Das Artmann erhält klimaaktiv GOLD

Der denkmalgeschützte Backsteinbau aus dem Jahr 1866 wurde umfassend saniert und für die Zukunft weiterentwickelt. Das Artmann verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit einer erneuerbaren Energieversorgung, sommerlicher Kühlung und zeitgemäßem Wohnkomfort.

15. Oktober 2026 | CUUBUUS #insider
Cuubuus - Das Artmann erhält klimaaktiv GOLD

Am 13. Oktober 2026 wurde Das Artmann mit der klimaaktiv-GOLD-Urkunde ausgezeichnet. Die feierliche Übergabe erfolgte durch den Auditor und Kompetenzpartner bauXund. Für Cuubuus architects & developers ist die Auszeichnung eine Anerkennung der umfassenden Sanierung des historischen Wohnhauses.

Heizen und Kühlen mit dem Donaukanal

Direkt vor dem Gebäude liegt der Donaukanal. Unterhalb der Straße wurde eine Verbindung zum Kanal geschaffen. Das entnommene Wasser wird in die Energiezentrale im Keller geleitet. Dort nutzen Wärmepumpen das Donaukanalwasser als Energiequelle für Heizung, Warmwasser und Kühlung.

Auch die beim Kühlen der Wohnungen entstehende Wärme wird in das Energiekonzept eingebunden: Sie kann für die Warmwasserbereitung weitergenutzt werden. So werden Wärme und Kälte im Gebäude gemeinsam betrachtet. Die Stadt Wien führt Das Artmann als Vorzeigeprojekt für das Heizen und Kühlen mit Donaukanalwasser an.

Alle Wohnungen sind mit Kühlgeräten ausgestattet. Das sorgt für angenehme Raumtemperaturen im Sommer und zeigt, dass Klimaschutz und Wohnkomfort zusammengehen können. Die Kühlung nutzt eine erneuerbare Energiequelle und ist Teil eines ganzheitlichen Versorgungskonzepts.

Mehr als  doppelt so viel Photovoltaik wie vorgeschrieben

Am Dach wurde eine Photovoltaikanlage mit nahezu 65 kWp installiert. Die baubehördlich erforderliche Leistung lag bei rund 30 kWp. Die ausgeführte Anlage ist damit mehr als doppelt so leistungsstark wie das baubehördliche Mindestmaß und erzeugt einen Teil des Stroms, der für den Betrieb des Hauses benötigt wird. Der übrige Strombedarf wird über einen Ökostromvertrag gedeckt.

Die Energieversorgung verbindet damit die Nutzung des Donaukanalwassers mit eigener Stromproduktion und Ökostrom. Das macht Das Artmann weitgehend unabhängig von Energiekrisen.

Materialien und Raumluft im Blick

Auch bei der Auswahl der Baustoffe wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Die eingesetzten Materialien wurden geprüft und mussten den Anforderungen des klimaaktiv-Standards entsprechen. In allen Wohnungstypen wurden Raumluftmessungen durchgeführt, um die Innenraumqualität und mögliche Belastungen durch Ausdünstungen aus verbauten Materialien zu überprüfen. Zusätzlich verfügen sämtliche Wohnungen über eine kontrollierte Wohnraumlüftung.

In der hauseigenen Tiefgarage wurde neben bereits mit Ladepunkten ausgestatteten Stellplätzen die technische Infrastruktur soweit vorbereitet, dass allen Stellplatzbesitzern das Laden von Elektroautos über Lastmanagementsysteme ermöglicht wird.

Ein Gebäude, das für die Zukunft mitgedacht wird

Bei Das Artmann wurde nicht nur die unmittelbare Sanierung betrachtet. Lebenszyklusbetrachtungen beziehen auch ein, wie ein Gebäude über seine Nutzungsdauer hinweg mit veränderten klimatischen Bedingungen umgehen kann.

Das ist für den Gebäudebestand besonders relevant: Die Europäische Umweltagentur geht davon aus, dass mehr als 85 Prozent der heutigen Gebäude im Jahr 2050 noch genutzt werden. Zugleich entstehen Emissionen nicht allein durch den späteren Betrieb eines Gebäudes, sondern auch durch Herstellung und Verarbeitung der Baustoffe. Eine wissenschaftliche Auswertung von mehr als 650 Lebenszyklusanalysen beziffert den durchschnittlichen Anteil dieser sogenannten grauen Emissionen bei Gebäuden unter heutigen Energiestandards auf rund 20 bis 25 Prozent der gesamten Lebenszyklusemissionen. 

Der klimaaktiv-Gebäudestandard bewertet Gebäude anhand definierter Kriterien, unter anderem in den Bereichen Energie, Baustoffe, Standort, Komfort und Gesundheit. Die Auszeichnung in Gold würdigt die erreichte Qualität innerhalb dieses umfassenden Bewertungssystems.

„Die Anforderungen des klimaaktiv-GOLD-Standards in einem denkmalgeschützten Bestandsgebäude umzusetzen, erfordert eine besonders sorgfältige Abstimmung aller Beteiligten. Entscheidend war, die notwendigen Maßnahmen frühzeitig zu koordinieren, in die Vertragswerke und Bauabläufe zu integrieren und ihre tatsächliche Umsetzung sicherzustellen.“ DI Mathias Auer, Bauprojektmanagment bei CUUBUUS architects & developers.

Verantwortung für Immobilien über Generationen

Für CUUBUUS gehören Innovationskraft, ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und der Anspruch, Immobilien für Generationen zu bauen, zur Unternehmensphilosophie. Gerade angesichts des Klimawandels trägt die Immobilienentwicklung eine besondere Verantwortung. Mit Das Artmann möchten wir dieser Verantwortung nachkommen: durch den Erhalt eines historischen Gebäudes, seine umfassende Sanierung und die Verbindung von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Wohnkomfort.“ Mag. Patrizia Hunter, COO bei CUUBUUS architects & developers

„Die Gebäudesanierung ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zu klimaneutralen Gebäuden“, sagt bauXund-Geschäftsführer Dr. Thomas Belazzi. „Die Umwandlung dieses 1866 errichteten Gebäudes in ein hochwertiges Wohnprojekt ist eine weitere Nutzungsdauerverlängerung dieses etwa 160 Jahre alten Objekts. Es freut uns, dass bauXund das klimaaktiv-GOLD-Audit nun erfolgreich abgeschlossen hat.“

Auditor Michael Kopp MSc betont die Bedeutung des Erhalts: „Mindestens 50 % der Herstellungsenergien eines Gebäudes werden für die Errichtung des Rohbaus verbraucht. Die Verlängerung der Nutzungsdauer von Gebäuden ist daher, wie der Einsatz von erneuerbaren Heiz- und Kühlsystemen, ein ganz wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Das Artmann hat beides in einem denkmalgeschützten Gebäude erfolgreich umgesetzt. Das ist eine besondere Leistung.“

Die klimaaktiv-GOLD-Auszeichnung würdigt die Qualität des Projekts. Das Artmann steht zugleich für einen Ansatz, der den Gebäudebestand als wichtigen Teil der Zukunft des Bauens versteht.

Sie interessieren sich näher für das Projekt Das Artmann

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